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Rylsee signiert das Poster fürs 58. Montreux Jazz Festival

Das verspielte und detailverliebte Street-Art-Plakat des Genfer Künstlers Rylsee fängt die Aufregung einer wilden Nacht am Montreux Jazz Festival ein. Im Zentrum des Plakats stehen die Festivalbesucher: innen und ihre Abenteuer, ob festlich, romantisch, komisch, halluzinatorisch oder subversiv.

poster 2024 rylsee

Die 58. Ausgabe des Montreux Jazz Festivals (MJF) wird eine ganz spezielle Ausgabe werden, da es entlang den Mauern des Kongresszentrums stattfinden wird. In diesem Zusammenhang hat Rylsee gleich seine eigene Architektur des Festivals entworfen. Das Plakat mit mehreren Ebenen gibt Raum für zahlreiche Interpretationen und gliedert sich um die Initialen «MJF», von wo Bühnen, Balkone, Terrassen und Treppenhäuser abgehen. Bei näherem Hinsehen entdeckt man die symbolträchtigen Erkennungsmerkmale von Montreux – den See mit seinen Quais, die Promenade mit ihren Palmen, das Palace – und vor allem natürlich Hunderte von Festivalbesucher:innen und ihre individuellen Abenteuer.

“Für mich ist das Montreux Jazz Festival wie eine ‘kurzlebige’ Stadt. Sie wird über ein paar Wochen aufgebaut und existiert danach für den Rest des Jahres nicht mehr. Plötzlich ist sie voller Menschen, die an einem Abend vielleicht intensivere Erlebnisse haben als in einem ganzen Jahr. Und dann ist alles wieder vorbei. Und zurück bleiben Erinnerungen und unsere gemeinsamen Träume.

Rylsee

Der Genfer Rylsee lebt zwar in Berlin, ist aber ein aufmerksamer Beobachter des MJF. Er erlebte es nicht nur als Besucher, sondern auch durch die Begleitung seines Vaters, ein ehemaliger Festivalmitarbeiter, der ihn hinter die Kulissen mitgenommen hat. In den fast 60 Jahren, in denen es jedes Jahr ein neues Festivalposter gibt, ist Rylsee der erste, der die Besucher:innen sowie die Art und Weise, wie dieses grosse Volksfest die Stadt in Beschlag nimmt, in den Mittelpunkt stellt. Die Musik ist in seiner Arbeit zwar präsent, doch die Hauptrolle auf dem Plakat spielen die zahlreichen Figuren und ihre verschiedenen Geschichten, seien sie nun festlich, amourös, familiär, komisch, halluzinatorisch oder sogar ein wenig rebellisch.

UNZÄHLIGE SZENEN VOM FESTIVAL

Jeder Blick auf das Plakat offenbart wieder andere Geschichten, amüsante Details und stellt neue Bezüge her. Nach dem Vorbild von «Wo ist Walter?» hat Rylsee sein Plakat mit zahlreichen Szenen aus dem Festivalalltag versehen: Kinder auf den Schultern ihrer Eltern, Sandwich-Esser, kollektive Selfies, auf dem Tisch tanzende Gäste, Pogos, ein verschüttetes Glas auf dem Plattenteller, ein Sturz die Treppe herunter und allerlei andere skurrile Szenen.

poster 2024 rylsee

“ Ich habe es schon immer geliebt, imaginäre Städte zu zeichnen und Geschichten zu erfinden. Das wollte ich so auch beim Festival umsetzen. Was man von einem Abend in Montreux in Erinnerung behält, ist natürlich die Musik, aber auch vor allem die Momente des gemeinsamen Zelebrierens und Feierns, die Begegnungen, das Lachen und sogar die Tränen. Ich wollte diesen lebendigen und menschlichen Aspekt festhalten und illustrieren.” 

Rylsee

SYMBOLTRÄCHTIGE PLAKATE SEIT 1967

Rylsees Plakat ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Es finden sich darauf auch Widmungen an seine Familie und Freunde sowie Verweise auf seine eigene grafische Welt und frühere Arbeiten. Man findet darauf auch ein «Mise en abyme» (Bild im Bild) des Plakats und eine Hommage an drei ikonische Werke anderer Künstler, nämlich Keith Haring, Nikki de Saint Phalle und Malika Favre (zu finden im Treppenhaus des Buchstaben «J»).

Seit 1967 gibt das Festival Schweizer und internationalen Künstler: innen die Möglichkeit, das offizielle Plakat zu gestalten. Jean Tinguely hinterliess 1982 dabei ein so eindrückliches Design, dass es danach zum unverkennbaren Logo des Festivals wurde. Keith Haring entwarf 1983 ganze drei Varianten und tat sich 1986 sogar mit Andy Warhol zusammen. David Bowie war 1995 mit von der Partie, ebenso wie Yoann Lemoine (Woodkidti), Malika Favre, Christian Marclay, Ignasi Monreal, JR und Camille Walala.

ÜBER RYLSEE

Der Schweizer Künstler heisst eigentlich Cyril Vouilloz und hat seine Fähigkeiten durch verschiedene Formen der Kunst entwickelt. Dabei hat er sich einen Namen gemacht. Sein Spektrum reicht von Graffiti über Grafikdesign und Handlettering bis hin zu einer avantgardistischen Art der Typografie. Inspiration findet RYLSEE in Momenten des täglichen Lebens, in der Stadt und beim Skateboarding; immer verbunden mit dem Wunsch, Menschen zum Lächeln zu bringen.

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© Luthor

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    Did you know? The hand lettering “Montreux Jazz Festival”, typical of Jean Tinguely – creator of the 1982 poster – will be slightly reworked by Pierre Keller to become the iconic new logo of the Festival.

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