Asfar Shamsi
Man sagt, es sei besser, ein Vogel der Hecke als des Käfigs zu sein. In einer Heckenlandschaft ist der Vogel frei, er selbst zu sein – so wie Asfar Shamsi es in ihrer neuen EP cui cui ist. Frei, eine Musik zwischen Rap und elektronischer Musik, zwischen Intimität und Zurückhaltung, zwischen Pop und Organischem anzubieten. Frei, uns all ihre Farben zu schenken, geformt seit ihrer Kindheit als Gitarristin am Konservatorium von Straßburg, als Schülerin mit Népal oder Orelsan in den Ohren und heute durch ihr Leben als junge Erwachsene, die fähig ist, die Worte einer Epoche zu schreiben. Asfar Shamsi ist jene Künstlerin, die Laurent Voulzy, Luidji ebenso wie Stromae als Referenzen nennt. Künstler, die nie in eine Schublade, in eine einzige Palette passten.
Nach Au Revoir Février und Le Dilemme du Hérisson wollte auch Asfar Shamsi die Dinge frei, aber vor allem einfach aussprechen: auf rohe, aufrichtige Weise, als luzide und desillusionierte Beobachterin dieser Welt in permanenter Spannung. Ohne daraus ein trauriges Projekt zu machen, versteht sich cui cui als Zeugnis einer Suche nach Identität sowie nach einem Gleichgewicht. Inmitten einer Phase der Reflexion und des Übergangs baut Asfar Shamsi mit cui cui daran, wer sie sein will, als Erwachsene und als Künstlerin.
Asfar Shamsi baut ihre Freiheit auch auf der Bühne auf. Als Preisträgerin des Fair und Absolventin des Chantier des Francos hat sie ihre Farben ebenso geformt wie ihre Live-Show: ein kraftvolles Live-Erlebnis, gleichermaßen Rap wie Elektronik. Zu dritt auf der Bühne, begleitet von ihren Co-Komponisten Wolby am Schlagzeug und Loufox am Keyboard, hat Asfar Shamsi erneut vor, nichts zu tun, um sich in eine Schublade stecken zu lassen. Aber gleichzeitig… warum sollte man wählen?