Loving Parents (Circuit Mixer)
Naledi Chai (aka Loving Parents) ist eine in Johannesburg ansässige DJ und „anti-disziplinäre“ Künstlerin, die Film, Bildhauerei, Klangkunst, Sounddesign und Musikproduktion zu immersiven, grenzüberschreitenden Erfahrungen verwebt. Sie ist Mitbegründerin der Forschungs- und Archivkollektive Fly Machine Projects und Septober Energy und besitzt einen Bachelor-Abschluss in Kinematografie, Sounddesign, Schnitt und Drehbuchschreiben. Ihre Praxis erforscht Objektverschiebung, räumliche Wahrnehmung und die Neukonzeption weggeworfener Materialien, wobei sie stets künstlerische Methoden und Epistemologien des subsaharischen Afrikas in den Mittelpunkt stellt.
Chai präsentierte klangbasierte Arbeiten bei Boiler Room TV, dem UK Radio Drama Festival, Radiophrenia und Club Late Music sowie im Rahmen ihrer Radio-Art-Residenz JA JA JA NEE NEE NEE in den Niederlanden (2024). Im Jahr 2024 kuratierte sie den ersten Drone Day in Johannesburg. 2025 wurde sie als Soundkünstler-Residenzmitglied für das Reforesters’Lab Sound Clinic ausgewählt. Derzeit leitet sie den experimentellen Klangraum „brokken//binaryy“, hält eine Residency bei Oroko Radio und produziert experimentelle elektronische Musik unter dem Namen Pillow Man.
Im Jahr 2025 lieferte sie bemerkenswerte DJ-Sets bei Septober Energy, dem Oluzayo Festival, OppiKoppi, der Groove Biennale, Trevtober und Love2Love, wobei sie für ihre genreübergreifenden Selektionen und ihre energetische Bühnenpräsenz großes Lob erntete. Ihr sich stetig entwickelndes Werk schlägt eine Brücke zwischen traditionellem afrikanischem Klangerbe und zeitgenössischer digitaler Kultur, was sie zu einer unverzichtbaren Stimme der experimentellen Musikszene Südafrikas macht. Chais Installationen integrieren häufig Feldaufnahmen aus entlegenen südafrikanischen Townships, die sie mit modularen Synth-Texturen schichtet, um Dialoge zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schaffen. Sie arbeitet mit visuellen Künstlern zusammen, um Live-Audio-Video-Performances zu produzieren, die international in Galerien und auf Festivals gezeigt werden – von CTM in Berlin bis Infecting the City in Kapstadt.
Ihre kuratorischen Projekte betonen die Partizipation der Gemeinschaft; sie lädt lokale Jugendliche dazu ein, Archivsounds zu remixen und kulturelle Narrative neu zu denken. Durch Workshops und Mentoring fördert Chai aufstrebende Talente und stärkt ein Netzwerk von Kreativen, die konventionelle Genre-Grenzen infrage stellen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören dekoloniale Sound Studies, die Materialität von Audiomedien und die Politik des Lärms im städtischen Raum. Indem sie Theorie und Praxis miteinander verknüpft, positioniert sie Klang als Werkzeug für soziale Kritik und kollektives Gedächtnis.
Zu Chais kommenden Projekten zählen eine Multimedia-Ausstellung mit dem Titel „Echoes of Displacement“ sowie ein kollaboratives Album mit internationalen Noise-Künstlern, das für Anfang 2026 geplant ist. Ihre Arbeit wurde in Publikationen wie The Wire und NTS gewürdigt, und sie schreibt regelmäßig Essays über afrikanische Klangkultur für akademische Fachzeitschriften. Mit jedem neuen Unterfangen erweitert Naledi Chai die Möglichkeiten dessen, was Klang bedeuten kann, und festigt ihren Status als Schlüsselfigur der zeitgenössischen afrikanischen Kunst.