Piche
Mit 29 Jahren etabliert sich Piche als eine der einzigartigsten Figuren der französischen Musikszene. Hinter diesem inzwischen emblematischen Namen beansprucht Mike – sein bürgerlicher Vorname – eine hybride Identität, die sich jeder Schublade entzieht: „Ein Sänger, der Drag macht, und nicht eine Dragqueen, die singt.“ Eine Nuance, die sowohl seinen künstlerischen Ehrgeiz als auch sein freies Verhältnis zu Geschlechtern zusammenfasst. Seine Musik komponiert er gemeinsam mit seinem Bruder, wobei sie ihre jeweiligen Herkünfte und Unterschiede nutzen, um einen Sound zu kreieren, der ebenso inklusiv wie prägnant ist.
Ursprünglich aus Südfrankreich stammend und mit algerischen sowie gitanesken Wurzeln, hat Piche eine Laufbahn an der Schnittstelle verschiedener Disziplinen aufgebaut. Als Tänzer, Choreograf, Performer, Sänger und Rapper betrachtet er jedes Medium als Teil eines Puzzles und strebt danach, seiner Kunst eine Gesamtdimension zu verleihen. Sein instinktiver und direkter Ansatz führt dazu, dass er gesellschaftliche Codes auf der Bühne sowie im öffentlichen Raum aufbricht. So wurde er die erste Dragqueen, die mit ihrer EP „Festin“ die Top-Album-Charts erreichte, beim Printemps de Bourges auftrat und den französischen Drag bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele in Paris 2024 repräsentierte.
Durch die Teilnahme an Drag Race France einem breiten Publikum bekannt geworden, besticht Piche durch sein Gespür für Spektakel und die Kraft seines Universums. 2023 löste seine erste Single „Confess“ eine wahre Begeisterungswelle aus: Der Titel erreichte in Rekordzeit über eine Million Streams und platzierte sich in zahlreichen Streaming-Charts. Als Finalist der ersten All-Stars-Ausgabe 2025 festigte er seinen Status als kompletter Künstler, indem er Camp, Popkultur, Rap und soziales Engagement miteinander verschmelzen ließ.
2025 war ein entscheidendes Jahr für Piche. Von der Dokumentation „L’Absent, dans le cœur de Piche“, die auf France Télévisions ausgestrahlt wurde und seinen kreativen Prozess sowie seinen familiären Weg nachzeichnete, bis hin zu einer ausverkauften Cigale, bestätigte er seinen Status als Superstar. Sein Titel „Carré“ verzeichnet über 2 Millionen Streams und 600.000 Aufrufe in nur vier Monaten – ein Rekord für einen französischen Drag-Künstler. Was kommt als Nächstes? Ein Konzert im Olympia im November 2026 und vor allem… sein erstes Album, das noch in diesem Jahr erscheint!
Ob in Drag oder nicht, Piche spielt mit den Codes des Maskulinen und Femininen, um deren Absurdität aufzudecken – oft mit Humor, immer mit Kühnheit. Indem er jegliche Barrieren ablehnt, verkörpert Piche eine Generation, die Inklusion als Horizont und den Selbstausdruck als politischen Akt einfordert.